Im Überblick: Online-Glücksspiel Regulierung in Deutschland

Der neue Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland stellt Betreiber vor Herausforderungen in Bezug auf KYC-Compliance. AutoIdent hilft Ihnen dabei weiter.

Deutschland gehört zu den größten Online-Glücksspielmärkten, nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in ganz Europa. Seit Jahren wächst der Markt, weswegen neue Vorschriften zur Legalisierung von Online-Glücksspielen den Bestehenden mit legalen Angeboten ergänzt.

Während Online-Glücksspiel in Deutschland im Jahr 2019 einen Gesamtumsatz von knapp 2,2 Mrd. Euro generierte, wächst der Markt voraussichtlich bis 2024 auf über 3,3 Mrd. Euro. Ein erheblicher Teil dieser Entwicklung wird der Neuregulierung von Online-Glücksspielen zugeschrieben. Spielautomaten allein machen 42 % der Glücksspieleinnahmen aus und sind damit das profitabelste Segment des Marktes.

Deutschland folgt mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 in dieser Hinsicht der Schweiz, welche 2019 bereits den nationalen Glücksspielmarkt für nationale Betreiber geöffnet hat und seitdem seinen Marktanteil beständig ausbaut.

Im gesamten DACH-Markt sind die regulatorischen sowie KYC-Compliance-Anforderungen sehr streng, wobei in jedem Land unterschiedliche Bedingungen gelten. Deutschland stellt dabei den Spielerschutz besonders in den Mittelpunkt und verlangt beispielsweise ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € für Spieler sowie Einsatzlimits an Spielautomaten, eine reduzierte Auswahl an Spielen generell und erweiterte Maßnahmen zur Identifikation von Kunden.

Da sich dank der Regulierung des Marktes nun Unternehmen gezielt auf den deutschsprachigen Raum fokussieren können und Spielern eine Alternative zum bestehenden Schwarzmarkt geboten wird, dürften die Glücksspielmärkte wachsen. Verschiedene Regelungen, wie das Werbeverbot zwischen 6 und 21 Uhr in Deutschland, können das Wachstum der Betreiber jedoch hindern.

Warum ist die Regulierung von Online-Casinos in Deutschland so wichtig?

Seit dem letzten Glücksspielgesetz von 2012 waren sich die Bundesländer in Bezug auf eine Regulierung von Online-Glücksspiel in Deutschland nicht einig. Einzig Schleswig-Holstein gestattete den Betrieb und stellte eigene Konzessionen aus, welche lediglich Nutzer aus dem Bundesland den Zugriff auf die Angebote ermöglichte.

Im Rest des Landes war bis 2021 Online-Glücksspiel an sich verboten, wurde aber nicht geahndet. Dadurch griffen zahlreiche Spieler auf den Schwarzmarkt zu, mit Glücksspielen wie Spielautomaten, Bingo, Sportwetten und anderen Casino-Spielen, die beispielsweise über die Malta Gaming Authority (MGA) lizenziert wurden. Es entwickelte sich somit über einige Jahre bereits ein Spielerstamm, der sich gezielt für Online-Glücksspiele interessiert.

Die Regulierung ist für den Online-Glücksspielmarkt in der DACH-Region daher von entscheidender Bedeutung, um Spieler vom Schwarzmarkt in den regulierten Markt zu holen. Es ist sowohl für Betreiber als auch für Spieler von Vorteil, wobei der Schwerpunkt der Neuregulierung auf der Sicherheit aller Parteien liegt. Das wird durch Vorschriften, die Betrugsprävention fördern, Money Muling verhindern sowie Minderjährige von den Plattformen fernhalten, vorangetrieben.

Online-Glücksspiele sind für jedermann leicht zugänglich, daher sind diese Punkte von größter Bedeutung. Im Internet lässt sich für minderjährige Besucher leicht behaupten, volljährig zu sein. Eine zuverlässige Identitätsprüfung und Verifikation des Alters sind somit unerlässlich geworden. Auch die Nutzung von Online-Glücksspielen zur Geldwäsche ist gängige Praxis von Kriminellen, daher konzentrieren sich viele Maßnahmen auf deren Eindämmung und Verhinderung.

Sportveranstaltungen haben auch eine große Auswirkung auf das Online-Glücksspiel und zeigen die Wichtigkeit der Neuregulierung. Große Turniere wie Europa- und Weltmeisterschaften sorgen bei Betreibern für einen unglaublichen Anstieg an Neuanmeldungen. In Stoßzeiten haben es Betrüger leichter durchs Raster zu fallen, gerade wenn Wettanbieter mit der Verifikation von Spielern überfordert sind. Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen darauf bestens vorbereitet sein.

Aufsichtsbehörden für Online-Glücksspiel im DACH-Markt

Das Online-Glücksspiel wird im DACH-Markt in jedem Land unterschiedlich reguliert. In Deutschland gilt seit Juli 2021 der neue Glücksspielstaatsvertrag, den erstmals alle Bundesländer unterzeichnet haben. Dieser legt die aktuellen Vorschriften für Betreiber und auch für Spieler fest. Ab 1.1.2023 reguliert die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) den Glücksspielmarkt in Deutschland.

Bis dahin übernehmen während der Übergangsphase die zuständigen Glücksspielaufsichten einzelner Bundesländer verschiedene Aufgaben. Sportwetten inklusive Pferdewetten werden beispielsweise vom Regierungspräsidium Darmstadt kontrolliert, Klassenlotterien durch die Behörde für Inneres und Sport aus Hamburg und Online-Poker und Virtuelle Automatenspiele von der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt.

Unterdessen folgen Österreich und die Schweiz einem traditionelleren Regulierungsformat mit Aufsichtsbehörden, die den Glücksspielsektor überwachen. In Österreich ist nach dem Glücksspielgesetz hauptsächlich das Finanzministerium für die Regulierung des Sektors zuständig. Das Land plant jedoch die Schaffung einer neuen Regulierungsbehörde.

Die Schweiz hat derzeit zwei Aufsichtsbehörden, die Eidgenössische Spielbankenkommission, die sich mit Casinospielen befasst, und die Interkantonale Geldspielaufsicht, die Lotterien, Sportwetten und Geschicklichkeitsspiele wie Poker reguliert. Diese Regulierungsbehörden folgen dem Bundesgesetz zu Glücksspielen.

Identitätsprüfung spielt beim Online-Glücksspiel in Deutschland eine große Rolle

Kaum etwas ist in Bezug auf die Online-Glücksspielbestimmungen in Deutschland wichtiger, als die Regeln zur Identitätsprüfung. Diese geben vor, dass Betreiber robuste Lösungen zur Altersüberprüfung implementieren müssen. Diese Prüfsysteme müssen zugelassen sein und die Namen, Adressen, das Geburtsdatum und den Geburtsort sowie die Nationalität der Spieler bestätigen.

Das Ziel ist, illegale Handlungen wie Betrug und den Zugriff Minderjähriger aufs Glücksspiel zu bekämpfen. Diese KYC-Prüfungen haben sowohl für Spieler als auch für Betreiber große Auswirkungen und zwingen die Kunden, Dokumente einzureichen und auf die manuelle Überprüfung zu warten, bevor sie spielen können.

Betreiber müssen nicht nur Zeit und Geld investieren, um diese Systeme einzurichten, sondern auch Probleme überwinden, wenn beispielsweise Benutzer den Verifizierungsprozess nicht verstehen, oder eventuell einen anderen Anbieter wählen, während sie auf die Verifizierung warten.

Was ändert sich mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag?

Der Glücksspielvertrag bringt viele Änderungen für die Branche in Deutschland mit sich. Am wichtigsten ist, dass es jetzt in allen Bundesländern gleichermaßen legalisiert ist und die Betreiber eine Konzession beantragen müssen, um Online-Glücksspiele anzubieten.

Es gibt jedoch viele Einschränkungen, darunter die folgenden:

  • Monatliches Einzahlungslimit von 1.000 € pro Spieler für alle lizenzierten Anbieter
  • Einsatzlimit von 1 € an Spielautomaten
  • Jackpot-Spiele, Live-Casino-Spiele und Live-Wetten auf Sportevents dürfen nicht angeboten werden
  • Werbeverbot tagsüber und Einschränkungen für Promotionen

Zusätzlicher Spielerschutz sowie strenge Anforderungen an die Verifizierung können eine Hürde für Betreiber darstellen. Es gibt für sie somit viel zu tun, in Bezug auf die KYC-Compliance und die Neuregulierung an sich. Spieler und Betreiber werden aber gleichermaßen von den Vorteilen des offenen und regulierten Marktes profitieren.

Mit der richtigen Technologie Compliance-Probleme lösen

Insgesamt gibt es viele Regeln und Vorschriften, die Unternehmen überwinden müssen, um Compliance zu erreichen. Technische Aspekte wie der KYC-Prozess können eine der größten Herausforderungen sein. Hier kommt IDnow mit der AutoIdent-Lösung ins Spiel.

AutoIdent ist eine KI-gestützte Lösung zur Identitätsprüfung, die rechtskonform, schnell und hochgradig anpassbar ist. Es handelt sich um eine vollautomatische Anwendung zur Verifizierung der Identität, mit der Spieler den Onboarding-Prozess schnell und einfach abschließen können.

Dazu ist lediglich ein Smartphone oder Computer mit Kamera erforderlich, damit der Nutzer binnen weniger Minuten den Prozess autonom abschließen kann. AutoIdent bietet eine einfache Anleitung, die hilft, die richtigen Dokumente bereitzustellen, und überprüft die Daten dann automatisch in wenigen Augenblicken.

Diese Lösung blickt auf eine nachgewiesene Erfolgsbilanz und bietet Konversionsraten von bis zu 90 %. Sie ist nicht nur mit dem DACH-Markt konform, sondern lässt sich schnell für bis zu 195 Länder skalieren und unterstützt über 30 Sprachen.

Zur Verbesserung des Onboarding-Prozesses sowie Compliance in einer Reihe von Märkten bietet AutoIdent die ideale Lösung. Machen Sie sich mithilfe von IDnow mit den Regeln des Glücksspielstaatsvertrages und Glücksspiel in Deutschland vertraut, um Ihr Unternehmen auf den deutschen Markt vorzubereiten.

Von

Rayissa Armata is Head Of Regulatory Affairs at IDnow

Rayissa Armata
Head of Regulatory Affairs at IDnow
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Der neue Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland im Überblick

Erfahren Sie, was die neuen Regelungen bedeuten und wie die konformen KYC-Lösungen von IDnow bei der Umsetzung des GlüStV unterstützen können.
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